Häufig stellen sich frisch gebackene Eltern die Frage, wann ihr Kind endlich durchschläft und wann die Nächte wieder besser werden. Die Antworten dazu sind gerade im Internet selten befriedigend, da sie häufig von einer Meinung oder Haltung gefärbt sind, ohne die eigentliche Frage zu beantworten. In den folgenden Abschnitten bemühe ich mich die reinen Fakten zusammenzutragen ohne unnötige Wertungen einfliessen zu lassen.

Wann können Babys durchschlafen? Ab dem sechsten Monat können Babys in aller Regel durchschlafen. Dabei muss man beachten was „durchschlafen“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Durchschlafen bedeutet, dass ein Kind eine nächtliche Mahlzeit auslässt und in der Folge zwischen fünf und sechs Stunden schläft. Auch bedeutet die durchschnittlich mögliche Befähigung nicht, dass alle oder sogar die meisten Kinder mit sechs Monaten durchschlafen. Neben der reinen Befähigung ist das Durchschlafen noch von einer ganzen Reihe von Einflussfaktoren abhängig.

Diese kurze sachliche Antwort vorweg geschoben, kommen wir im Folgenden nun zu den daraus resultierenden Rückschlüssen und möglichen Handlungsweisen. Dabei gibt es kein allgemeines Falsch und Richtig, sondern nur ein individuelles für die eigene Situation passendes Richtig. Im restlichen Artikel möchte ich dazu beide Sichtweisen beleuchten und darstellen. Die abschliessende Entscheidung, welchen Weg er oder sie einschlägt muss dann jeder selbst treffen.

Können Kleinkinder und Babys durchschlafen lernen?

Die Frage müsste man sich eigentlich gar nicht stellen, schließlich ist die Antwort in jedem Fall „ja“, da früher oder später jeder von uns durchschläft und es somit gelernt hat. Die eigentliche Frage lautet, „Kann man Kindern das Durchschlafen beibringen?“.
Auch hier lautet die kurze Antwort, „Ja“. Es gibt hierzu verschiedene Methoden und Herangehensweisen, die in einem Großteil der Fälle auch zum Erfolg führen: das Kind schläft durch. Doch hier enden auch schon die einfachen Antworten und Faktenlagen und es entbrennt die Diskussion hinsichtlich der Methoden, der Gründe, der Entwicklungspsychologie und der generellen Erziehungsphilosophie. Diese Diskussion wird an anderen Stellen im Netz zuhauf geführt, und wer sich dafür interessiert, der findet dort allerlei Meinungen und ideologische Streitgespräche. Hier möchte ich mich rein neutral mit der individuellen Situation und den Möglichkeiten auseinandersetzen. Dennoch stellen wir im nächsten Absatz doch die Frage: Sollten Kleinkinder oder Babys schlafen lernen.

Sollten Kleinkinder schlafen lernen?

Auch hier ist die Frage wieder ein wenig unspezifisch, da sie es faktisch ja ohne hin früher oder später lernen werden. Richtig wäre eher die Frage nach dem Zeitpunkt.

Nüchtern und von der durchschnittlichen Entwicklung gesprochen, hatte ich eingangs schon erwähnt, dass die Befähigung zum Durchschlafen ca. Mit dem sechsten Monat gegeben ist. Die Frage ist also eher welche Gründe oder Umstände sprechen dafür oder dagegen ab einem gewissen Zeitpunkt dem Kind das Schlafen beizubringen?

Gründe einem Kind nicht das Schlafen beizubringen oder anzuerziehen

  • es kommt von selbst zu seiner Zeit
  • Die Methoden einem Kind das Schlafen beizubringen sind nicht kindgerecht und eher schädlich
  • Es gibt keine Notwendigkeit, da es keine Einschränkung für mich bedeutet oder ich diese gerne in Kauf nehme

Gründe einem Kind das Schlafen beizubringen oder es zu trainieren

  • es ist möglich ein Schlafverhalten frühzeitig zu erlernen und somit gibt es keinen Grund damit zu warten
  • Es gibt unterschiedliche Methoden, die funktionieren und nicht zwingend schädlich sind
  • Es geht mir oder meinem Partner in der aktuellen Situation nicht gut und es muss sich etwas ändern

Was muss man über den Schlaf und das Schlafverhalten von Kindern wissen?

Menschen, ob Erwachsene oder auch Kinder, schlafen in Zyklen. Dabei durchlaufen sie verschiedene Phasen, vom Einschlafen über eine Tiefschlafphase, eine Traumschlafphase und wieder zurück. Je nach Alter variiert die Dauer eines solchen Zyklus. Bei Erwachsenen ist der Rhythmus ca. 90 Minuten bei Kindern 60 Minuten. In der Tiefschlafphase kann uns quasi nichts erschüttern, wir schlafen tief. In der Traumphase kann man leichter aufwachen und das tun wir über die Nacht auch oft gegen Ende eines Zyklus. Erwachsene nehmen dies gar nicht mehr wahr, sie erwachen nur unterbewusst und schlafen dann einfach weiter. Babys und Kinder können dies noch nicht. Sie wachen auf und können nicht direkt weiterschlafen. Auf dieser Grundannahme funktionieren nun auch die Methoden zum Durchschlafen.

Man geht davon aus, dass ein Baby zum Ende eines Zyklus aufwacht. Hat das Baby bereits gelernt, dass es selbst einschlafen kann, tut es das auch sofern es noch müde ist. Wenn ein Baby allerdings die Hilfe eines Erwachsenen benötigt oder ein besonderes Setting um einschlafen zu können, dann wird es dies einfordern und nicht „durchschlafen“. Daher zielen Schlaflernprogramm vorrangig darauf ab, dem Baby beizubringen sich selbst zu beruhigen und alleine einschlafen zu können, damit es dies in den kurzen Aufwachphasen dann auch beherrscht.

Gründe warum ein Kind nicht durchschlafen kann

Durchschlafen bzw. Schlafen lernen können in der Regel alle Kinder. Es gibt jedoch einige Gründe, warum ein Kind unabhängig von der allgemeinen Befähigung nicht durchschlafen kann. Dies gilt auch für Kinder, die eigentlich immer gut geschlafen haben und bei denen sich dies plötzlich ändert oder auch bei Kindern die bereits schlafen gelernt haben.

Einige mögliche Gründe für schlechte Nächte:

  • Zahnen
    Kinder reagieren hier unterschiedlich. Es kann allerdings ein sehr schmerzhafter Prozess sein. Zahnende Kinder erkennt man oft am verstärkten Speichelfluss. Zahnungscreme und Zäpfchen können Abhilfe schaffen.
  • Trennungsangst
    Kinder die immer bei den Eltern geschlafen haben, müssen sich erst an eine neue Situation gewöhnen. Trennungs- und Verlustängste können für lange Nächte sorgen.
  • Entwicklungsschübe (Laufen, Stehen, Krabbeln, Sprechen etc.) die aufwühlen.
    Immer wenn sich was tut im Leben eines Kindes, kann dies zu einer verstärkten Verarbeitung während der Nacht führen.
  • Wachstumsschübe sind ähnlich zu Entwicklungsschüben
  • Krankheiten
  • Koliken und Blähungen

Welche Methoden gibt es damit Kleinkinder und Babys durchschlafen lernen?

Nun sind wir an den Punkt angekommen, bei dem es um die konkreten Methoden geht, die sich im Netz und in der Ratgeberliteratur finden. Bevor ich jedoch die Methoden ausführe, möchte ich noch eine Vorwarnung loswerden. Lesern, die aufgrund ihrer Erziehungsphilosophie im Grunde schon gegen Methoden sind, die das Kind in eine von den Eltern gewollte Richtung bringen, sollten sich diesen Abschnitt sparen. Er enthält nichts für sie, außer das Potential sich über etwas zu ärgern, was andere tun. Dieser Teil des Artikels ist für Eltern, die eine oder mehrere Möglichkeiten suchen ihre Situation zu verändern, weil sie sich Ihr Leben mit Kind anders vorstellen und/oder mit der aktuellen Schlafsituation nicht klarkommen oder auch nicht klarkommen möchten. Das wichtigste für eine gesunde Familie ist, dass sich alle Familienmitglieder wohlfühlen. Wenn sich Eltern mit den Gründen einem Kind das Schlafen nicht beizubringen identifizieren und sich damit wohlfühlen, dann ist das gut und richtig. Wenn sich Eltern nicht damit identifizieren und damit wohlfühlen aber auch. Für letztere ist dieser Abschnitt gedacht.

Die sanfte Methode schlafen zu lernen

Die folgenden Ausfühtungen sind an das Buch „Schlafen statt schreien“ von Elisabeth Pantley angelehnt. Dieser Plan hat schon vielen verzweifelten, schlaflosen Eltern und Kindern geholfen eine bessere Nachtruhe zu finden – ohne Tränen.

Grundlage für den Erfolg dieses und jeden anderen Programms sind Geduld und innere Überzeugung. Letzteres bedeutet, dass man hinter dem was man tun stehen muss, sonst funktioniert es nicht. Wichtig zu beachten ist, dass auch bei diesem Programm die wissenschaftliche Definition von „Durchschlafen“ gemeint ist. Ziel sind also mindestens fünf Stunden ununterbrochener Schlaf.

Für die Durchführung dieser ersten Methode ist es nicht notwendig das Kind weinen zu lassen. Man kann hierbei immer sofort hingehen und es auf die Art beruhigen, die man für richtig empfindet.

Im Grunde lässt sich die Methode von Elisabeth Pantley auf ein paar Bausteine herunterbrechen:

1. Sichere beruhigende Schlafumgebung schaffen

Dazu gehört neben einem angenehmen sicheren Bett auch der gesamte Rahmen bzw. Das Abendritual. Gedämpftes Licht, eine ruhige positive Stimmung, ein beständiger gleicher Ablauf, einfach alles was dem Kind eine Sicherheit und Konstanz vermittelt und das Einschlafen positiv besetzt.

2. Ein Verständnis vom Schlafverhalten

Kinder und Erwachsene haben Schlafzyklen. Dass bedeutet sie wechseln zwischen verschiedenen Schlafphasen und wachen zwischenzeitlich immer wieder kurz auf. Erwachsene haben gelernt direkt wieder einzuschlafen, Kinder können dies noch nicht. Deshalb werden sie immer wieder wach und bleiben es. Hat ein Kind gelernt, dass es allein einschlafen kann, so kann es sich auch wieder in den Schlaf bringen. Verfügt ein Kind noch nicht über diese Fähigkeit wird es die Hilfe der Eltern suchen.

3. Status quo erfassen, analysieren und anpassen - das Schlafprotokoll

Kernelement des Programms ist die Erstellung und Nutzung eines individuellen Schlafprotokolls. Man erfasst Zeiten und Dauer des täglichen Schlafs, sowie die zugehörigen Begleitumstände (Wachphasen in der Nacht, Rituale, Beruhigungsweisen etc.). Im Anschluss kann man dann Analysieren, was funktioniert und was nicht bzw. Ansatzpunkte suchen, um die Ratschläge von Pantley einzusetzen.

Die wichtigsten Ratschläge von Elisabeth Pantley:

  1. Dem Kind vermitteln dass Schlaf positiv besetzt ist
  2. Den Unterschied zwischen Tag und Nacht mittels Lichtunterschieden und Ruhe vermitteln
  3. Das Kind immer wieder wach und alleine zum Einschlafen hinlegen, wenn es müde ist, ohne aktiv auf den Schlaf hinzuwirken
  4. Schlaf-Nuckel-Assoziation vermeiden, also das Kind nicht beim Trinken/Stillen einschlafen lassen
  5. Kind ausreichend gesättigt zum Schlafen legen
  6. Feste Schlaf- und Essenszeiten einhalten
  7. Gleichbleibende „Stunde vor dem Schlafengehen“
  8. Nicht zu viel Schlaf am Tag. Ab dem 6. Monat sollte das Kind möglichst die vier Stunden vor dem Nachtschlaf wach sein.
  9. Passende Schlafumgebung. Ein gemütliches Bett in einem angenehm temperierten Raum
  10. Auf die eigene Ruhe und Energie achten. Eigene Ruhephasen einplanen um genug Kraft und Ruhe für das Kind zu haben.

In der Folge soll man dann einzelne, passende oder alle Vorschläge in einen zu erstellenden Schlafplan einbauen. Diesen Plan kontrolliert man dann wiederum mit einem neuen Protokoll, vergleicht dieses mit dem vorherigen Protokoll und indentifiziert so, was funktioniert und was nicht.

Ab da läuft es dann weiter so: Protokollieren – Analysieren – Nachjustieren

Im Prinzip tastet man sich so an eine Lösung langsam heran. In ihren Tests schliefen fünfzig Prozent der Kinder nach 20 Tagen durch. Bei anderen dauerte es länger (bis zu 60 Tage).
Wer also eine Änderung haben möchte bzw. Diese aktiv aber sanft herbeiführen will, der kann die Details im Buch „Schlafen statt Schreien“ nachlesen. Diese kurze Zusammenfassung hier im Artikel kann natürlich nicht die ausführliche Lektüre ersetzen, sondern sollte nur einen kurzen Einblick bieten, was einen erwartet.

Jedes Kind kann schlafen - die Ferber Methode

Nach dem sanften Zwischenschritt, kommen wir zur umstrittensten Methode, der Ferber Methode. Bei kaum einer Methode kochen die Emotionen so hoch wie bei dem Schlaflernprogramm von Ferber. Kritiker fürchten hier immer eine Gefährdung der psychischen Entwicklung der Kleinen. In der Regel wird von Kritikern vom „Schreien lassen“ gesprochen.

Ob da was dran ist, ob die Methode erfolgreich ist und zu wem sie passt, darf möchte ich im Folgenden eingehen.

Gemeinsamkeiten der beiden Methoden

Da sich viele nur mit dem Titel und den zugehörigen Diskussionen beschäftigt haben, aber weniger mit dem eigentlichen Inhalt, mag der erste Eindruck überraschen. Das Schlafprogramm nach dem Buch „Jedes Kind kann schlafen“ weist bei den Rahmenbedingungen im großen und ganzen die selben Punkte auf, wie das Programm von Pantley.

Auch hier wird auf feste Zeiten, eine angenehme Umgebung und Abendrituale gesetzt. Einschlafhilfen wie Schnuller, Flasche oder Nuckeln an der Brust sollen hierbei genauso außen vor bleiben wie bei Pantley. Ein Verständnis der Schlafphasen mit dem kurzen Erwachen dazwischen ist hier ebenso Grundlage, wie ein Schlafprotokoll zur Erfassung und Analyse.

Unterschiede der beiden Methoden

Der wesentliche Unterschied zum Programm von Pantley ist, das Ausbleiben einer sofortigen Beruhigung des Kindes, sowie das grundsätzliche Bild des Kindes. Bei Pantley liegt mehr ein Beziehungs- und Bedürfniskonstrukt zwischen Eltern und Kind zugrunde, bei Käst-Zahn & Morgenroth eher ein Willenskonstrukt. Ich hoffe, ich habe das einigermaßen verständlich rübergebracht. Konkret ist es so, dass bei letzterem davon ausgegangen wird, dass das Kind in gewissem Umfang zielgerichtet agiert und lernt. Es weint, um etwas bestimmtes von den Eltern zu bekommen. Bekommt es dieses nicht oder eben etwas anderes als erwartet, setzt ein Lernprozess ein. Dieser Lernprozess endet darin, dass das Kind das Weinen nicht mehr als Mittel wahrnimmt, um etwas zu erreichen und es schließlich aufgibt. Das Modell bei Pantley geht eher davon aus, dass das Kind nicht zielgerichtet handelt und somit an dieser Stelle auch keine Korrektur erfolgen kann und muss.

Kritik an der Ferber-Methode

Man kann dieses Kinderbild kritisieren und anderer Ansicht sein und man wäre damit gut aufgehoben in der wissenschaftlichen Diskussion. Die finale Wahrheit hatte bisher keiner für sich.

Dennoch gibt es auch noch einen zweiten wesentlichen Unterschied und Ansatzpunkt für die teils heftige Kritik: das angebliche Schreien lassen.

Ich schreibe deshalb „angebliche“ weil die Autoren sowie auch Prof. Ferber mitnichten nur auf die einfache Formel „Schreien lassen“ zurückgreifen. Tatsächlich kritisieren sie diese Methode, wie sie früher von vielen Eltern praktiziert wurde, als sogar schädlich für Kinder und Ursache für Bindungsprobleme. Es findet also durchaus eine Auseinandersetzung mit diesen Befürchtungen statt.

Ablauf der Ferber-Methode

Der eigentliche Prozess sieht nun neben den Begleitmaßnahmen folgendes Vorgehen vor:

  • das Kind wird wach und alleine in sein Bett gelegt.
  • Es durchlebt im wachen Zustand ein Einschlafritual
  • Die Eltern verabschieden sich und sagen gute Nacht
  • Beginnt das Kind zu weinen, geht ein Elternteil (immer derselbe) hin zum Beruhigen
  • Zur Beruhigung wird nur getröstet und gestreichelt sowie ruhig gesprochen „Alles ist in Ordnung, ich bin für Dich da“.
  • Nach maximal 2 Minuten (beruhigt oder nicht) wird das Zimmer wieder verlassen.
  • Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis das Kind schläft
  • Die Zeiten werden nach und nach ausgeweitet bis zu maximal 10 Minuten (allerdings nicht an den ersten Tagen)

Ein dauerhaftes, unkontrolliertes Schreien findet hier nicht statt. Zudem wird die Beziehung zum Kind immer aufrecht gehalten und eine Rückversicherung gegeben, dass die Eltern da sind.

Somit ist natürlich ein wesentlicher Unterschied, dass ein Stressfaktor einfließt. Auf der anderen Seite erhält man, aber hier einen ganz genauen Handlungsplan wann man was tun soll, damit man am Ende ein Kind hat, welches durchschläft. Bei der sanfteren Alternative benötigt man mehr Zeit und muss selbst vieles probieren und austesten. Im Ergebnis führen beide zum Erfolg.

Fazit

Im Grunde ist es eine Frage der persönlichen Philosophie und Einstellung zum Thema Kinder und Erziehung. Man könnte den Vergleich zur Schule ziehen. Es gibt Eltern die schwören auf eine eher konservativere Gestaltung und es gibt andere, die Schulformen wie Waldorf oder Montessori bevorzugen. Am Ende vom Tag können alle Kinder lesen und schreiben, nur der Weg ist unterschiedlich. Die jeweils andere Seite wird immer den anderen Weg aus unterschiedlichen Gründen kritisieren. Das ist aber nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass man den Weg geht, der für einen selbst und seine Familie der best geeignete ist.

10 Fehler beim Baby schlafen legen

Unabhängig von irgendwelchen Schlafprogrammen, gibt es ein paar Fehler, die man vermeiden kann. Die hier beschriebenen „Fehler“ können einen negativen Einfluss auf das Schlafverhalten Deines Babys oder Kleinkindes haben, sie müssen es aber nicht. Wie bei allem, was das Leben mit Kindern betrifft, muss man nichts dogmatisch durchziehen, um irgendein Ergebnis zu erzielen. Kinder sind nicht alle gleich, weshalb auch nicht jede Handlung der Eltern immer dasselbe Ergebnis hervorruft. Ein gesunder Pragmatismus ist hier nur besser. Lest also die möglichen Fehler hier durch und nehmt das für Euch mit, was für Euch und Euer Baby passt und sich richtig anfühlt. Ignoriert den Rest!

1. Keine festen Regeln und Abläufe

Die meisten Babys sind absolute Routine-Fetischisten. Das liegt daran, dass es ihnen in ihrer neuen Welt Sicherheit gibt, zu wissen was, wann kommt. Deshalb ist es wichtig für einen gesunden Schlafrhythmus frühzeitig feste Schlafenszeiten und Einschlafrituale einzuführen. Wenn möglich sollte man diese auch gerade in den ersten Monaten immer einhalten. Dass heißt man kann zwar mal an einem Tag ein wenig später heimkommen und die Schlafenszeit verschieben, es sollte aber nicht zur Regel werden.

Feste Schlafenszeiten sind wichtig, damit dass Baby eine Sicherheit spürt und sich einen Schlafrhythmus angewöhnen kann. Ein Einschlafritual wiederum ist wichtig, damit es einen Übergang gibt vom bewegten Tag mit vielen Eindrücken zur Ruhe und Regenerationsphase.

2. Signale der Müdigkeit werden ignoriert

Kinder sollten dann Schlafen gelegt werden, wenn sie müde werden. So können sie am Besten einschlafen und auch den damit verbundenen Prozess oder ein Ritual verinnerlichen. Deshalb ist es wichtig Müdigkeitsignale des Babys nicht zu ignorieren.
Mündigkeitsanzeichen bei Babys sind:

  • Augen reiben
  • Gähnen
  • Stirnrunzeln oder Grimassen schneiden
  • Langsame, reduzierte Bewegungen
  • Schreien, Qugengeln und Unruhe

Wird der notwendige Schlaf an dieser Stelle verhindert, verursacht das beim Baby Stress. Stress hat zur Folge, dass das Baby dann erheblich schwerer einschlafen kann. Man sagt dann oft auch „ Es ist über den Punkt“. Gib daher dem Bedürfnis des Kindes nach Schlaf möglichst zeitnah nach.

3. Das Baby wird zu vielen Reizen ausgesetzt

Babys haben ein starkes Interesse an ihrer Umwelt. Gerade wenn sie noch sehr klein sind und noch nicht so richtig sehen können, nehmen sie daher auch alles in der direkten Umgebung intensiv wahr. Nächtlichter und Mobiles, die bei älteren Kindern für Ablenkung, Ruhe und Sicherheit sorgen sollen, hindern kleinere Kinder eher am Schlafen, als dass sie helfen.
Die Einschlafsituation sollte möglichst frei von zusätzlichen Reizen erfolgen und zu Nachtzeiten in einem möglichst abgedunkeltem Raum. Ausnahmen sind leise, beruhigende Melodien, Summtöne und Spieluhren, da diese eine Ruhe vermitteln.

4. Falsche Gewohnheiten

Wenn das Kind einen braucht, dann soll man auch da sein – keine Frage. Vermeide aber dem Kind anzugewöhnen, dass es dich braucht wenn es nicht zwingend nötig ist. Im Zusammenhang mit dem Einschlafen bedeutet dass, es ist zwar ok, wenn das Kind mal auf dem Arm einschläft oder man das schreiende Kind auf diese Weise beruhigt. Man sollte aber nicht zur Regel machen, dass das Bettchen geschaukelt oder gewiegt wird, sobald das Baby zum Schlafen abgelegt wird. Beruhigen? Natürlich. Aber nicht ohne Anlass oder Notwendigkeit mit einem Wiegen oder Ähnlichem beginnen. Sonst kann so ungewollt eine Gewohnheit und letztlich eine Notwendigkeit daraus entstehen.

5. Bett oder Elternbett

Egal ob das Baby ein eigenes Bett haben soll, es im Beistellbett oder im Elternbett schläft, man muss ich entscheiden. Die Entscheidung, welche Variante jeweils bevorzugt wird, ist natürlich eine individuelle, nur treffen muss man sie und dann auch dabei bleiben. Ausnahmen und Wechsel führen ansonsten nur zu Verwirrung, Frust und Schlafproblemen.
Fazit: Als Paar die Entscheidung treffen, welches Modell man leben möchte und dann konsequent und verlässlich für alle Familienmitglieder dabei bleiben.

6. Eltern, die sich uneinig sind

Natürlich unterscheidet sich Verhalten und Umgang von Vater und Mutter immer ein wenig. Das ist völlig ok und auch gut so. Auch sollte keiner dem anderen vorschreiben was gut und richtig ist oder das der andere alles falsch macht. Wobei allerdings Einigkeit herschen sollte sind die Rahmenpunkte. Es sollte möglichst eine feste Schlafenszeit vereinbart und von beiden eingehalten werden und bei den individuellen Ritualen die selben Grundsätze eingehalten werden. Das bedeutet bspw. Dass man es vermeiden sollte falsche Gewohnheiten einzuführen, wie sie bereits unter 4. Beschrieben wurden.

7. Falsche Schlaforte

Es ist natürlich praktisch, wenn ein Kind überall einschlafen kann. Auch ich bin nicht frei davon und ich war nicht unbedingt ein Fan von Eltern, die ihre Abwesenheiten von Treffen stets damit begründeten, das Kind müsse im eigenen Bett schlafen. Allerdings ist es tatsächlich für die meisten Babys besser, gerade in den ersten Monaten, einen festen Schlafort zu haben. Besser bedeutet in diesem Zusammenhang aber nicht gleich ein dogmatisches MUSS. Die Regel sollte das eigene Bett sein, um eine Routine zu entwickeln. Häufig wechselnde Schlaforte sind hier nicht förderlich.

8. Baby wachhalten

Wacht ein Baby für die Eltern zu früh auf, versuchen viele Eltern das morgendliche Erwachen nach hinten zu verschieben, indem sie das Kind wachhalten. Später schlafen bedeutet doch auch länger schlafen, oder? Leider funktioniert das bei den wenigsten Kindern. Wer schon ältere Kinder hat, der kann ein Lied davon singen. Egal wie kaputt sie sich über den Tag machen, „gut schlafen“ ist deshalb noch lange keine Garantie. Auch Babys werden in der Regel trotzdem zur gleichen Zeit wach. Nur dann sind sie übermüdet und quengelig. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte hier langsam und schrittweise vorgehen. Einen Tag mal eine halbe Stunde später, dann eine dreiviertel Stunde und schauen wie es sich entwickelt.

9. Sich dem „Schicksal“ ergeben

Auch wenn es den Anschein hat, das nichts funktioniert und sich nichts ändert, sollte man dran bleiben. Auch verfahrene Schlafgewohnheiten kann man mit entsprechend Mühe und Geduld noch verändern. Einfach sagen „so ist es eben“ und sich seinem Schicksal ergeben führt nur zu Frust und schlecht gelaunten Eltern.

10. Zu schnell zu viel erwarten

Alles braucht seine Zeit. Nirgends ist dieser Ausspruch so wahr wie bei Kindern. Die Entwicklung von Kindern läuft unterschiedlich schnell und sie reagieren auch in unterschiedlicher Geschwindigkeit auf Veränderungen. Zu große Ungeduld und Unruhe bei den Eltern sind gerade beim Schlafen lernen kontraproduktiv. Am Ball bleiben und Ruhe bewahren sind der beste Weg, dem Baby die Sicherheit und Verlässlichkeit zu vermitteln, die es braucht, um einen gesunden Schlafrhythmus zu entwickeln und endlich durchzuschlafen.

Weitere Blogs zum Thema

Wer noch nicht genug Infos hier gefunden hat, der findet vielleicht auf den hier verlinkten Blogs noch was er zum Thema „Schlaf gut – Baby“ sucht:

Schlaf gut, Baby – Blogparade

 

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Zusammenfassung
Wann kann ein Kind durchschlafen und kann es das lernen?
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Wann kann ein Kind durchschlafen und kann es das lernen?
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Ausreichend Schlaf haben die wenigsten Eltern. Wann kann ein Kind durchschlafen? ist daher eine häufige Frage. Die Antwort findet ihr hier.
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