Heute schauen wir uns ein weiteres Hörspielgerät für Kinder an, die Tigerbox. Nachdem ich mir vor kurzem die Toniebox näher angeschaut habe, schaue ich mir nun die erste bekanntere Alternative an. Wie schneidet der Tiger im Test ab?

Was ist die Tigerbox? Die Tigerbox ist im Grunde auch wieder ein Lautsprecher mit integriertem MP3-Player für Kinder. Sie hat die Form eines Würfel und verfügt über klassische Bedientasten (Wiedergabe/Pause, Laut/Leise, Vor/Zurück). Als Medieninput dient entweder die Bluetoothverbindung oder Aux-Verbindung zu einen externen Gerät (Smartphone, MP3-Player) oder der integrierte Micro-SD-Slot. Um kindgerechte Medien auf dem Smartphone zur Verfügung zu stellen, gibt es die zugehörige Tigercloud (TigerTones), die allerdings im Abo separat monatlich bezahlt werden muss. Wechselmedien in Form von Figuren sind hier nicht vorhanden.

Soweit die erste kurze Zusammenfassung dieses Hörspielgeräts für Kinder. Im Folgenden werde ich auf die spezifischen Details der Tigerbox, sowie deren Vor- und Nachteile eingehen.

 

Wie funktioniert die Tigerbox?

Die Tigerbox kommt von Haus aus nicht mit aufgespielten Medien und es gibt auch keine speziellen Figuren oder vorbespielte Datenträger, die man abspielen kann. In der Regel ist die Voraussetzung ein externer Player, wobei es auch einen integrierten Player für Micro-SD-Karten gibt.

Technische Funktionsweise der Tigerbox

Die Tigerbox ist ein Hörspielgerät für Kinder in der Form eines Würfels. Sie kann entweder nach der Verbindung mit einem externen Player (Smartphone, MP3-Player etc.) oder mit einer Micro-SD-Karte (nicht im Lieferumfang enthalten; eigene Hörspiel- oder Musikdaten vorausgesetzt) betrieben werden. Die Anbindung an einen externen Player erfolgt entweder per Klinken-Kabel oder per Bluetooth. Bei einer Bluetooth-Verbindung kann die Wiedergabe und Lautstärke mit dem Würfel gesteuert werden. Möchte man eine Micro-SD-Karte nutzen, so muss man diese an einem PC zuvor bespielen. Es gibt also keine Möglichkeit Daten auf der Box selbst zu speichern. Ein interner Speicher ist nicht vorhanden.

TigerTones der Streamingdienst der Tigerbox

Tigerbox - TigerTones Startseite
TigerTones Startseite (Quelle: Tiger.media)

Auch bei der Tigerbox gibt es ein Webportal, auf dem man ein Konto eröffnen kann. Je nachdem, welche Variante der Tigerbox man gekauft hat, erhält man hier mit dem im Lieferumfang enthaltenen Gutschein einige kostenlose Inhalte zum Streamen. Im Fall der „Bibi&Tina“-Edition waren dies bspw. drei Hörspiele von Bibi&Tina. Die verschiedenen Editionen unterscheiden sich auch anhand der Farbe der Box.

Anders als bei der Toniebox ist die Plattform allerdings tatsächlich nur eine Medienplattform. Hat man sich die zugehörige App auf seinem Smartphone installiert, kann man von dort kindgerechte Inhalte auf die Box streamen. Voraussetzung ist allerdings ein zusätzliches Monats-Abo. Je nach Laufzeit kostet dieses Abo zwischen 3 und 5 Euro. Für längere Abos gibt es eine 14 tägige kostenlose Testphase und für das Monatsabo eine 7 tägige Testphase.

Was muss man über die Tigerbox wissen?

Eigentlich ist die Technik der Tigerbox relativ simpel gehalten, sodass es im Vorfeld nicht all Zuviel zu beachten gibt. Dennoch sollte man sich ein paar Punkte bereits vor dem möglichen Kauf vor Augen führen.

  • Die Tigerbox basiert auf einer komplett anderen Technik als die Toniebox
  • Die Tigerbox hat keine Medieninhalte, die sich auf der Box speichern lassen
  • Bei Bluetoothverbindung "steuert" die Tigerbox das Endgerät (die Wiedergabe)
  • Für die Nutzung der Inhalte von TigerTones benötigt man ein weiteres Endgerät (Tablet oder Smartphone)
  • Die Editions-Hörbücher sind nicht auf der Box gespeichert

Von der Theorie zur Praxis – Die Toniebox im Test

Nachdem ich auf der Suche nach einer Hörspielmöglichkeit für unsere Kleine bereits die Toniebox getestet hatte, wollte ich natürlich wissen, ob es nicht eine besserere bzw. günstigere Alternative auf dem Markt gibt. Onkel Google brachte mich dann zur Tigerbox, die oft als Alternative genannt wurde. In der Folge habe ich diese dann auch bei Amazon* bestellt und sie mir angeschaut. Hier im Test seht ihr das Ergebnis.

Der erste Eindruck und Optik

Wenn man die Verpackung in die Hand nimmt, hat man zuallererst einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Tigerbox kommt nicht einfach in einem gewöhnlichen Pappkarton, sondern in einer transparenten Plastikbox. Eigentlich zu schade um sie als Umverpackung zu entsorgen.

 

Tigerbox-Verpackung

Nach dem Auspacken ändert sich erstmal nichts am guten Gesamteindruck. Der Hörspielwürfel sieht solide und gut verarbeitet aus. Die Bambusholzeinfassung lässt den Würfel zusätzlich hochwertig wirken. Wären da nicht der Tigeraufdruck und die speziellen Editionsfarben sowie die großen Knöpfe, man könnte durchaus meines es handle sich um einen edlen kleinen Lautsprecher für Erwachsene.

Tigerbox_Optik

Die optisch saubere und solide Verarbeitung lässt auf eine gewisse Robustheit schließen. Getestet habe ich das freilich nicht, da ich die neue Box ja nicht mutwillig beschädigen wollte. Wie bei der Toniebox gibt es auch hier keine abstehenden Teile, die brechen könnten. Ob die Holzverkleidung optisch einwandfrei und unbeschädigt aus einem Sturz oder durch unpflegliche Behandlung durch ein Kind hervorgeht, kann ich nur vermuten.

Die Größe der Box ist in Ordnung. Nicht sonderlich klein und kompakt aber dennoch maximal halb so groß wie die Toniebox, bei der ich die Größe kritisiert hatte. Die Trageschlaufe dürfte allerdings selbst für ein Kinderhandgelenk zu eng sein.

Einrichtung und Inbetriebnahme

Da die Tigerbox keine größere Technik beinhaltet und auch nicht zwingend an eine Cloud angebunden werden muss, gestaltet sich die „Einrichtung“ relativ simpel.

Im Grunde muss man nur eine Verbindung zu einem externen Gerät herstellen oder eine bespielte Micro-SD-Karte einführen und es kann losgehen.

Einzig für die Bluetooth-Verbindung muss man einige wenige Schritte für den Verbindungsaufbau ausführen:

  • Den Ein-/Ausschalter auf der Rückseite der Box einige Sekunden gedrückt halten, bis ein Ton ertönt und der Wiedergabe-Knopf gelb blinkt
  •  „Tigerbox“ aus der Bluetooth-Liste des zu verbindenden Geräts auswählen
  • Die Verbindung ist erfolgreich, wenn nun der Wiedergabe-Knopf dauerhaft gelb leuchtet
Für eine kabelgebundene Verbindung nutzt man das beiliegende Klinken-Kabel und verbindet dieses mit dem Kopfhörerausgang des Endgerätes.
Egal ob mit oder ohne Kabel, man benötigt natürlich entsprechende Musik-Dateien oder einen Streamingdienst auf dem Endgerät.

Erste Benutzung und Eindruck der Handhabung

Nach Einschalten und Verbinden mit einem Endgerät, kann man die Tigerbox direkt nutzen. In der Regel ist sie auch bereits zur Hälfte geladen, sodass man sofort starten kann.

Sofern man eine Bluetooth-Verbindung nutzt, kann man, nachdem der Streamingdienst oder Musikplayer auf dem verbundenen Gerät gestartet wurde, diesen auch mit den Tasten der Box steuern. Das ist zwar eine prinzipiell gut gemeinte Sache, hat aber ihre Tücken. Nutzt man nur die TigerTones-App – wovon der Hersteller im Zweifel wahrscheinlich ausgegangen ist – hat man keine Probleme. Die TigerTones enthalten nämlich nur kindgerechte Medien. Anders sieht es da schon aus, wenn man sich der eigenen Musikbibliothek oder einen Streamingdienst wie Amazon Music bedient. In diesem Fall kann es nämlich vorkommen, dass der Papa bspw. vorher „seine“ Musik gehört hat. Das hat dann zur Folge, dass das Kind beim Drücken der falschen Taste bspw. Heavy Metal anstelle von Simone Sommerland zu hören bekommt. Nicht unbedingt im Sinne eines Kinderhörspielgeräts.

Bedienung und Handhabung durch die Kleinen

Ansonsten ist die Bedienung aber überschaubar und auch von kleineren Kindern zu verstehen. Auch wenn die Wechseltaste des Eingangsmediums vielleicht nicht ganz so selbsterklärend ist.

Im Grunde muss bei Benutzung der Box sowieso ein Erwachsener mitwirken, da es in der Regel seines Smartphones als Medienquelle bedarf. Dem Abhilfe schaffen kann eigentlich nur die Nutzung einer MicroSD-Karte. Allerdings kann hier das Einlegen nur unter erwachsener Anleitung erfolgen, da hierfür der Slot an der Gerätunterseite erst mittels einer Münze oder Schraubenzieher geöffnet werden muss.

 

Fazit: In Betrieb ist die Box auch von kleineren Kindern bedienbar. Zur Inbetriebnahme braucht es zwingend einen Erwachsen.

Ton und Lautstärke

Klanglich überzeugt die Tigerbox vollumfänglich. Durch die hölzerne Verkleidung wirkt der Klang ein wenig wie von einem Resonanzkörper abgerundet. Klar und hell ohne ein nerviges Scheppern.

Da das Kind volle Kontrolle über die Lautstärke hat, kann es allerdings trotzdem störend laut werden. Abhilfe kann man hier ggf. schaffen, indem man die Ausgangslautstärke des Smartphones in den Einstellungen begrenzt.

Tigerbox - Pro und Contra

Im bisherigen Artikel habe ich die Funktionsweise der Tigerbox beschrieben und bereits einige positive so wie negative Aspekte aufgeführt. In nächsten Teil möchte ich mich nun wirklich detailiert mit den Vor- und Nachteilen beschäftigen und diese möglichst kompakt zusammenfassen.

PRO's - Die Vorteile der Tigerbox zusammengefasst

1. Stylisch und optisch sauber verarbeitet

Die Tigerbox ist optisch ein Hingucker. Hochwertig verarbeitet und fast zu schön für ein Kinderspielzeug. Einzig die großen Tasten sowie die Editionsfarben und das Tigerlogo lassen den eigentlichen Verwendungszweck erahnen. Die Bambus-Holzverkleidung verleiht dem ganzen einen edlen Touch. Weiterhin wirkt sie relativ robust und gut gewappnet für den Einsatz im Kinderzimmer.

2. Toller Klang

Von den bisherigen, getesteten Hörspielboxen für Kinder hatte die Tigerbox den für mich persönlich besten Klang. Die Klangfarbe erinnert dabei aufgrund der Holzeinfassung ein wenig an ein Instrument mit entsprechendem Resonanzkörper (bspw. Klavier). Der Klang ist klar und wirkt nicht plärrend oder störend. Klanglich top!

3. Handliche, mobile Größe

Anders als die Toniebox, besitzt die Tigerbox eine angenehme mittlere Größe. Nicht einmal halb so groß wie die Toniebox, dürfte sie auch auf Reisen nicht all zu viel Platz einnehmen. Aufgrund der Größe und des Gewichts, dürfte der Aufbewahrung im Kindergepäck nichts im Weg stehen.

4. Viele Anschlußmöglichkeiten und mobile Ladung

Im Gegensatz zur Toniebox verfügt die Tigerbox über diverse Anschlussmöglichkeiten. In Ermangelung eines internen Speichers benötigt sie natürlich auch diese Anschlüsse. Dennoch bleibt es nicht einfach beim Bluetooth. Nein, zusätzlich verfügt die Tigerbox auch noch über einen Aue-Eingang für die Anbindung auch älterer externer Geräte. Hinzu kommt die Möglichkeit eigene Medien auf einer MicroSD-Karte zu speichern und mit dem integrierten Player abzuspielen. Anders als die Toniebox, benötigt die Tigerbox keine extra Ladestation. Hier tut es ein einfaches USB-Ladekabel, das auch auf Reisen wenig Platz wegnimmt und zudem mit einer Powerbank betrieben werden kann.

5. Preislich im annehmbaren, mittleren Segment

Je nachdem welche Edition gewählt wird und bei welchem Händler bewegt sich der Preis zwischen 30 und 40 Euro. Das ist im mittleren Preissegment und gerade mal die Hälfte des Preises für eine Toniebox. Angesichts der hochwertigen Verarbeitung ist der Preis durchaus annehmbar und auch im Vergleich zu den klassischen Kinder-CD-Playern nicht abgehoben.

CON's - Die Nachteile der Tigerbox zusammengefasst

1. Bluetooth-Steuerung auch nicht-kinngerechter Medien

Wie bereits erwähnt erlangt die Box bei bestehender Bluetooth-Verbindung die Steuerung über den entsprechenden Player auf dem Smartphone. Enthält dieser Player Erwachsenenmedien, so kann die Betätigung der falschen Taste zum Abspielen von Musik oder Hörspielen führen, die nicht für Kinder gedacht sind.

2. Abhängigkeit von externer Quelle und keine interne Speichermöglichkeit

Um die Tigerbox zu betreiben, benötigt man in der Regel eine externe Quelle bzw. Ein zusätzliches Endgerät. Man kann zwar Musik mittels der MicroSD „auf“ die Box bringen, aber man kann keine Musik auf die Box selbst speichern oder übertragen. Das bedeutet, die Abhängigkeit von dem externen Medium hat solange Bestand, solange man nicht an einen Rechner kommt, um die MicroSD-Karte zu bespielen. Mal spontan einen Song unterwegs rüberkopieren ohne Kartenleser ist nicht möglich.

3. Abomodell mit zusätzlichen Kosten

Möchte man die Medienvielfalt von TigerMedia nutzen, muss man ein Abo abschliessen. Das verursacht zusätzliche laufende Kosten. Zumal die Verfügbarkeit der Inhalte von einem aktiven Abo abhängt. Ich erlange nie Eigentum an den Inhalten, sondern besitze diese nur während der Laufzeit des Abos. Zwar sind die Kosten nicht ausufernd und liegen je nach Laufzeit zwischen 3 und 5 Euro, allerdings sind es Kosten die nun mal entstehen, wenn ich die angepriesene Vielfalt nutzen möchte. Alternative Angebote wie bspw. Amazon Music oder Spotify bieten hier eine annehmbare, preisliche Alternative mit größerer Vielfalt (auch für Eltern).

4. Wechseldatenträger durch Kind nicht zu wechseln

Anders als bei der Toniebox, kann das Kind hier die Datenträger nicht ohne weiteres selbständig wechseln. Egal ob es sich um die Musik auf einem zusätzlichen Endgerät handelt, oder ob man eine MicroSD-Karte nutzt. In beiden Fällen muss ein Erwachsener den Wechsel vornehmen, da diese Möglichkeit nich kinngerecht gegeben ist.

5. Mangelnde Bedienbarkeit durch Kinder unabhängig von Eltern

Für größere Kinder dürfte die Tastenbedienung noch einigermaßen verständlich sein. Allerdings können kleinere Kinder hier im Gegensatz zur Toniebox überfordert sein. Insbesondere die schwarze Quellenwahltaste dürfte hier ein ums andere Mal zu Problemen führen.

Fazit und Papa Dom's Votum

Alles in allem fällt mein Fazit zur Tigerbox „OK“ aus. Schön anzusehen, preislich ok, aber nichts Besonderes und kein absolutes Musst-have. Da die Möglichkeit eigener Medien doch eher beschränkt ist und das Konzept viel mehr auf der Nutzung als Streaming-Lautsprecher beruht, stellt es meines Erachtens keine wirkliche Alternative zur Toniebox da.

Wer Tigerbox und Toniebox plus eine weitere Alternative im Head-to-Head sehen möchte, dem empfehle ich meine im Vergleichstest hier und im Video hier aufgezeigten Alternativen. Im Zweifel bekommt man hier mehr für’s Geld – wenn auch nicht so stylisch.

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